Was kostet es, eine Kamera zu mieten?

Was kostet es, eine Kamera zu mieten? Preise & Tagessätze 2026

Wer zum ersten Mal Kameraequipment mieten will, stößt schnell auf dieselbe Wand: „Preise auf Anfrage". Man füllt ein Formular aus, wartet zwei Tage auf ein Angebot und weiß immer noch nicht, ob das Budget überhaupt reicht.

Wir machen es anders. In diesem Artikel findest du unsere tatsächlichen Tagessätze, drei durchgerechnete Set-Beispiele für typische Produktionen und – genauso wichtig – die Kostenpunkte, die in den meisten Preislisten nicht auftauchen.

Der Tagessatz für eine Kamera hängt fast ausschließlich von der Klasse ab:

Action- & Einsteigerkameras 20 – 25 € GoPro-Aufnahmen, B-Roll,

ZweitkameraHybrid-Kameras (Foto + Video)40 – 50 €Social Media, Produktvideo, InterviewProfi-Videokameras 70 – 80 €

Imagefilm, Werbefilm, DokumentationCinema-Kamerasab 400 €TV-Spot, Kinowerbung, High-End-Kampagne

Das ist allerdings nur der Body. Eine Kamera ohne Objektiv, Akku, Speicherkarte und Stativ dreht nichts. Realistisch liegt der Tagessatz für ein einsatzfähiges Set zwischen 140 € und 800 € – je nachdem, was du vorhast.

Alle Preise in diesem Artikel sind Bruttopreise inklusive 19 % Mehrwertsteuer. Was du hier liest, ist also der Betrag, der am Ende auf der Rechnung steht – keine Überraschung beim Kassensturz.

Weiter unten rechnen wir drei komplette Sets durch.

Kameras im Detail: Unsere Tagessätze

Cinema

  • RED Helium 8K – 400 €/Tag

Profi-Video

  • Sony FX3 – 80 €/Tag
  • Sony A7S III – 70 €/Tag
  • Blackmagic 6K Pro – 50 €/Tag
  • Sony FX30 – 40 €/Tag
  • Blackmagic 6K G1 – 30 €/Tag

Hybrid & Foto

  • Sony A7 IV – 50 €/Tag
  • Canon R6 – 40 €/Tag
  • Fujifilm X-H2S – 40 €/Tag
  • Canon 6D Mark II – 25 €/Tag
  • Fujifilm X-T3 – 25 €/Tag
  • Sony A6300 – 20 €/Tag

Drohne & Action

  • DJI Mavic 3 Pro – 70 €/Tag
  • DJI Mavic 3 Classic – 50 €/Tag
  • GoPro Hero 12 – 20 €/Tag

Was kostet der Rest? Objektive, Licht, Ton und Grip

Hier entscheidet sich, ob dein Budget aufgeht. Ein paar Orientierungswerte aus unserem Park:

Objektive liegen zwischen 15 € und 40 € pro Tag. Ein Sigma 50mm 1.4 kostet 20 €, ein Canon 70-200mm 2.8 kostet 40 €. Für die meisten Drehs reichen zwei Objektive – rechne mit 40 bis 70 € für die Optik.

Licht ist der am meisten unterschätzte Posten. Ein einzelner starker Scheinwerfer wie der Aputure Storm 700x kostet 90 €/Tag, die Nanlite Forza 720 liegt bei 70 €. Kompaktere Lösungen wie der SmallRig 220B liegen bei 35 €, ein Litepanels Gemini 2x1 bei 60 €, ein Godox SL150W bei 20 €. Dazu kommen Stative (4 – 10 €), C-Stands (5 €) und Modifier wie Softboxen (10 €). Ein brauchbares Drei-Punkt-Licht-Setup landet schnell bei 100 bis 200 €/Tag.

Ton wird oft komplett vergessen, ist aber der Unterschied zwischen professionell und amateurhaft. Ein Rode Wireless GO II kostet 10 €/Tag, das Rode Wireless Pro 20 €. Für echte Tonaufnahme mit Angel und Recorder: Sennheiser MKE 600 (25 €) plus Sound Devices MixPre 3 (40 €) plus Tonangel (25 €) – 90 €/Tag für sauberen Ton.

Grip und Stative klingen banal, machen aber den Look. Ein Sachtler Flowtech FSB10 kostet 60 €/Tag, ein DJI Ronin RS3 25 €, das Profi-Gimbal Freefly Movi Pro 150 €. Kleinteile wie Klemmen, Magic Arms und Sandsäcke bewegen sich zwischen 2 € und 5 €.

Akkus und Speicher sind Pflicht, keine Option. V-Mount-Akkus liegen zwischen 8 € (V45) und 16 € (V150) pro Stück und Tag, eine RED Mini Mag mit 960 GB kostet 50 €, eine ProGrade V90 mit 256 GB 15 €. Kalkuliere hier 30 bis 100 € – zu wenig Speicher am Drehtag ist der teuerste Fehler überhaupt.

Drei komplette Sets, durchgerechnet

Damit die Zahlen greifbar werden: So sehen typische Zusammenstellungen aus.

Set 1 – Social Media kompakt: 140 €/Tag

Für den Ein-Personen-Dreh, Social-Media-Content oder ein Testimonial im Büro – bewusst mit Gimbal statt Stativ, weil bewegte Bilder auf Instagram und TikTok besser funktionieren als statische Einstellungen.

Sony A7 IV 50€, Tamron 28-75mm f2.8 20€, Rode Wireless GO II 10€, SmallRig 220B 35€, DJI Ronin RS3 25€ = Gesamt 140€

Set 2 – Imagefilm & Werbefilm: 454 €/Tag

Für professionelle Auftragsproduktionen mit kleinem Team, sauberem Licht und getrennter Tonaufnahme.

FX3 80€, Sigma 24-70mm f2.8 E-Mount 40€, Sigma 70-200mm 2.8 E-Mount 40€, Nanlite Forza 720 70€, SmallRig 220B 35€, Sachtler Flowtech FSB10 60€, Sennheiser MKE 600 25€, Sound Devices MixPre 3 40€, Tonangel 25€, 2× Bebob V98 Micro 24€, ProGrade V90 256 GB 15€ = Gesamt 454 €

Set 3 – High-End-Kampagne mit RED: 812 €/Tag

Für TV-Spots, Kinowerbung und Kampagnen, bei denen das Material auch in fünf Jahren noch bestehen muss.

Helium 8K 400€, Sigma 18-35mm f1.8 EF 25€, Sigma 24-70mm f2.8 EF 30€, Tiffen ND-Set 4x5,65 30€, Tilta MB-T15 Mattebox 5€, Tilta Nucleus M Full Kit 40€, RED Mini Mag 960 GB 50€, 2× Bebob V150 Micro 32€, Sachtler Flowtech FSB10 60€, Teradek Bolt 500XT 50€, Aputure Storm 700x 90€ = Gesamt 812 €

Zum Vergleich: Allein die RED Helium 8K kostet im Neupreis einen fünfstelligen Betrag. Bei 812 € Tagessatz für das komplette Set drehst du ein Jahr lang jeden Monat einen Tag – und liegst immer noch unter dem Anschaffungspreis der Kamera.

Die Kosten, über die niemand spricht

Der Tagessatz ist nur die halbe Rechnung. Diese Punkte solltest du vorher klären – bei uns und bei jedem anderen Verleih.

Kaution

Fast jeder Verleih verlangt eine Sicherheit. Bei uns wird die Kaution individuell pro Auftrag berechnet und muss vor der Abholung überwiesen sein oder bei Abholung in bar hinterlegt werden. Wichtig fürs Cashflow-Planning: Das Geld ist für die Dauer der Miete gebunden.

Versicherung

Hier sind wir ehrlich, auch wenn es unbequem ist: Aktuell bieten wir keinen Versicherungsschutz an. Das Equipment ist während der Miete nicht über uns versichert. Wir arbeiten daran, das anbieten zu können.

Was heißt das für dich? Kläre vorab, ob deine Betriebshaftpflicht oder eine Elektronikversicherung gemietetes Fremdequipment abdeckt. Viele Policen tun das nicht automatisch. Eine kurzfristige Equipment-Versicherung für einen Drehtag kostet je nach Anbieter und Wert einen niedrigen zweistelligen bis dreistelligen Betrag – rechne das mit ein, statt es zu ignorieren.

Transport und Abholung

Wir versenden aus Sicherheitsgründen kein Equipment. Abholung und Rückgabe erfolgen persönlich in unserem Büro in der Söldnerstraße 1 in Mannheim, mit Personalausweis. Rechne also Fahrtzeit und Sprit ein – und plane für große Sets ein entsprechend großes Fahrzeug.

Mietdauer: Wie wird eigentlich gezählt?

Ein Punkt, der bei uns günstiger ausfällt als bei vielen anderen: Zur Mietdauer gehören nur die Produktionstage. Der Abholtag und der Rückgabetag werden nicht berechnet.

Konkret: Du holst Freitagnachmittag ab, drehst Samstag und gibst Sonntag zurück – du zahlst einen Tag. Bei Verleihern, die kalendarisch abrechnen, wären das drei.

Und wenn du es sonntags nicht schaffst: In der Regel geht die Rückgabe auch Montag bis 12 Uhr. Das ist eine Kulanzregelung, kein Anspruch – aber sag uns einfach vorher kurz Bescheid, dann klären wir das.

Stornierung

Bis drei Tage vor Mietbeginn kannst du kostenfrei stornieren. Danach berechnen wir 50 % des Auftragswerts. Wenn dein Drehtermin wackelig ist, halte diese Frist im Blick.

Mieten oder kaufen? Eine grobe Faustregel

Die ehrliche Antwort hängt an einer einzigen Zahl: Wie oft brauchst du das Gerät im Jahr?

Eine Sony FX3 kostet neu rund 4.000 €. Bei 80 €/Tag Miete entspricht das etwa 50 Drehtagen. Drehst du weniger als 30 bis 40 Tage im Jahr mit dieser Kamera, ist Mieten fast immer die bessere Entscheidung – vor allem, weil du dann jedes Mal die aktuelle Technik bekommst und kein Wertverlustrisiko trägst.

Bei einer RED Helium liegt die Rechnung noch deutlicher auf der Seite der Miete. Und bei Licht ohnehin: Kaum jemand braucht einen 700-Watt-Scheinwerfer dauerhaft im Regal.

Umgekehrt: Was du bei jedem Dreh dabei hast – Rucksack, Kleinteile, Speicherkarten, dein Standard-Objektiv – lohnt sich fast immer zu kaufen. Die Kleinstpositionen summieren sich über viele Mieten.

Häufige Fragen zu Mietpreisen

Was kostet die günstigste Kamera bei euch? Die Sony A6300 und die GoPro Hero 12 liegen bei 20 €/Tag. Für einfache B-Roll oder eine Zweitperspektive ist das der Einstieg.

Gibt es Wochenendtarife? Wir brauchen keine, weil wir nur Produktionstage berechnen. Freitag abholen, Samstag drehen, Sonntag zurückgeben kostet einen Tagessatz. Wenn du die Rückgabe erst Montagvormittag schaffst, findet sich in der Regel eine Lösung – frag einfach vorher nach.

Kann ich Equipment auch für mehrere Wochen mieten? Ja. Bei längeren Mietzeiträumen sprich uns direkt an – für Langzeitprojekte finden wir eine passende Lösung.

Wie bezahle ich? Nach der Rückgabe stellen wir eine Rechnung, zahlbar innerhalb von 7 Tagen per Überweisung. Barzahlung akzeptieren wir nicht.

Braucht ihr eine Einweisung, wenn ich die Technik nicht kenne? Sprich uns bei der Abholung an. Wir zeigen dir die Grundlagen am Gerät – gerade bei der RED oder bei Funkstrecken lohnt sich das.

Fazit: Womit du rechnen solltest

Für einen einfachen Social-Media- oder Interview-Dreh brauchst du realistisch 140 bis 200 € pro Tag. Ein professioneller Imagefilm-Dreh liegt bei 450 bis 550 €. High-End-Produktionen mit Cinema-Kamera beginnen bei rund 800 € pro Drehtag – alles inklusive Mehrwertsteuer.

Dazu kommen Kaution, gegebenenfalls eine eigene Versicherung und die Fahrt zu uns nach Mannheim.

Wenn du dein Setup zusammenstellen willst: Auf unserer Rental-Seite siehst du den kompletten Park mit allen Tagessätzen und kannst direkt anfragen. Und wenn du unsicher bist, was dein Projekt tatsächlich braucht – schreib uns kurz, was du vorhast. Wir stellen dir ein Set zusammen, das passt, statt eins, das teuer ist.